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Was ist ein Smart Home?

Immer mehr Eigenheimbesitzer, Bauherren und Mieter beschäftigten sich mit dem Thema Smart Home. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff "Smart Home"? Wie funktioniert es und welche Vor- und Nachteile bietet Ihnen das intelligente Zuhause? Wir geben Ihnen einen Überblick.

Was ist ein Smart Home?

Nach und nach wird unser Alltag immer intelligenter und vernetzter. Technische Prozesse, die bisher häufig manuell abgelaufen sind, können Sie im Smart Home digitalisieren und automatisieren. Die Funktionen einzelner Geräte werden in einem einheitlichen System vernetzt. Dadurch können Sie zentral bedient werden und sind aufeinander abgestimmt. Als Hilfsmittel werden häufig Sensoren, gesteuerte Motoren oder Kameras eingesetzt. Viele Systeme werden einfach und intuitiv per App auf dem Smartphone oder Tablet gesteuert. Immer häufiger können auch Sprachassistenten mit eingebunden werden. Die Hauptaufgabe besteht bei allen darin, für mehr Wohnkomfort oder Hilfe im Haushalt zu sorgen.

Welche Kosten fallen an?

Vorab: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sein Zuhause „intelligent“ werden zu lassen, dafür müssen Sie nicht zwingend in einen Neubau ziehen. Mithilfe von funkgesteuerten Smart Home Produkten und Systemen können Sie Miet- und Bestandsimmobilien ganz einfach und ohne Umbaumaßnahmen nachrüsten. Einzelne kleinere Maßnahmen, wie WLAN-Steckdosen, WLAN-Lampen oder WLAN-Heizkörperthermostate sind schon ab 15 Euro erhältlich. Planen Sie eine umfassendere Vernetzung Ihres Zuhauses, eignen sich Themenpakete bzw. Einsteigersets der unterschiedlichen Anbieter, die für wenige hunderte Euro zu bekommen sind. Diese sind meist auf einen Bereich, wie Sicherheit, Licht, Energiesparen oder Komfort spezialisiert und beinhalten zwei bis drei Komponenten inkl. dazugehörige Funk-Basisstation. Die Einsteigersets können dann nach und nach mit zusätzlichen Komponenten erweitert werden.

Zusammenfassend lässt sich somit die Frage, welche Kosten anfallen, pauschal nicht beantworten. Die Kosten fallen je nach Vorhaben und der Anzahl, der zu vernetzenden Geräte, unterschiedlich hoch aus. Die Anschaffungskosten für ein Smart Home System erscheinen anfangs hoch. Allerdings können Sie auf Dauer damit auch Energie und Ressourcen einsparen, also somit auch Geld sparen. Informieren Sie sich vor der Anschaffung mithilfe von Tests und Erfahrungsberichten, da diese Ihnen Auskunft über wichtige Anhaltspunkte sowie einen Überblick über aktuelle Angebote geben können. Zudem sollten Sie diese vier zentralen Prüfpunkte bei der Auswahl von Smart Home Anbietern sowie Produkten berücksichtigen:

  1. Kompatibilität

  2. Funktionen

  3. Mögliche Abo-Kosten

  4. Kosten für Einzelkomponenten zur Erweiterungen der Einsteigersets

Nutzen Sie Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung rund um Ihr Smart Home Projekt, mit den KfW-Smart-Home-Förderkrediten oder einem Privatkredit der Sparkasse Bodensee. Wichtig: KfW-Förderungen müssen immer vor Beginn der Maßnahmen beantragt werden.

+ Vorteile

Smart Home soll Ihnen dabei helfen Ihren Alltag zu erleichtern, damit Sie mehr Zeit für
wichtigere Dinge haben. Es sorgt zusätzlich dafür, dass Ihre Haustechnik effizienter und wirtschaftlicher arbeiten kann. Die größten Vorteile bietet Ihnen Smart Home in den Alltagsbereichen Komfort, Sicherheit und Energieeinsparung.

Komfort
Ganz einfach von Unterwegs oder vom Sofa aus per Smartphone, Tablet oder Sprachassistent das Licht, die Heizung oder den Fernseher ein- oder ausschalten. Oder gleich ganze Tagesabläufe automatisieren? Auch das ist mit einem Smart Home System möglich. Somit lassen sich beispielsweise lästige Routinen ganz leicht durch unterschiedliche Szenarien automatisieren. Das erhöht nicht nur den (Wohn)Komfort, sondern generiert Ihnen dadurch auch gleichzeitig mehr Freizeit.

Sicherheit
Potenzielle Gefahren erkennen, das Hab und Gut schützen, einfach ein Gefühl der Sicherheit
geben – vor allem dann, wenn man nicht Zuhause ist. Genau dafür gibt es Alarmsysteme, die eine Benachrichtig senden, wenn irgendetwas nicht stimmt. Mit einem Smart Home System lassen sich verschiedenste Sensoren wie Bewegungs-, Rauch-, Kontakt-, Glasbruch- und Wassersensoren mit Sirenen und Überwachungskameras kombinieren und vernetzen. So entgeht Ihnen keine Gefahr mehr, auch dann nicht, wenn Sie gerade unterwegs sind. Denn bei Bedarf sendet das System bei einem Alarmfall direkt eine Benachrichtigung oder sogar Bilder in HD-Qualität an Ihr Smartphone. Natürlich haben Sie auch selbst jederzeit die Möglichkeit nachzusehen ob alles in Ordnung ist oder ob Sie beim Verlassen auch alle Türen und Fenster geschlossen haben. Für den Fall einer längeren Abwesenheit bietet sich der sogenannte Urlaubsmodus an. Dieser soll anhand unterschiedlicher Beleuchtungsszenarien suggerieren, dass Sie zuhause sind und somit vor Einbrüchen schützen.

Energiesparen
Energie und Ressourcen sparen ist gerade in der heutigen Zeit ein großes und wichtiges Thema. Smart Home kann hier auch schon durch kleinere Nachrüstungen, wie WLAN-Steckdosen, WLAN-Lampen oder WLAN-Heizkörperthermostate helfen Energie einzusparen. Durch die Verbindung zum Smartphone haben Sie jederzeit Zugriff auf die Verbrauchsinformationen Ihrer Geräte und können Sie bei Bedarf auch von Unterwegs steuern. So haben Sie beispielsweise beim Verlassen Ihres Zuhauses die Möglichkeit bestimmte oder alle Geräte mit einem Fingertipp auszuschalten. Wer sein Alltag noch smarter und automatischer gestalten möchte, kann bestimmte Szenarien festlegen, die dann vom Smart Home System unter festgelegten Bindungen automatisch ausgeführt werden. Zum Beispiel können Sie mithilfe eines Szenarios festlegen, in welchem Zeitraum Sie arbeiten sind und somit niemand Zuhause ist. In dieser Zeit werden dann beispielsweise alle Geräte sowie die Heizung ausgeschaltet. Kurz bevor Sie nach Hause kommen schaltet sich die Heizung
automatisch ein, sodass bei Ihrer Ankunft die gewünschte Zimmertemperatur erreicht ist. So lässt sich eine Menge Energie einsparen, denn viele Geräte verweilen unnötig im Standby-Modus und verbrauchen dadurch Strom. Zudem heizen Sie Ihr Zuhause bei Abwesenheit nicht unnötig und verschwenden damit auch keine Energie, wenn eh niemand da ist.

 Nachteile

Überall dort wo vernetzte Technik zum Einsatz kommt, können Probleme auftreten und potenzielle Anwender verunsichern. Besonders die Thematiken zu Kompatibilität und Sicherheit bei Smart Home Systemen taucht hierbei immer wieder auf.

Kompatibilität
Für Smart Home Anwendungen haben sich in den letzten Jahren unterschiedliche Übertragungswege und Systeme etabliert. Mache Hersteller setzen hierbei auf Bluetooth, andere auf WLAN und wieder andere auf eigene Verkabelungen (KNX). Das diese dann untereinander häufig nicht kompatibel sind, macht es vor allem für Einsteiger schwierig. Nicht nur die große Auswahl an Anbietern und Produkten ist eine Herausforderung, sondern auch die Kompatibilität beim Aufbau oder Ausbau eines Smart Home Systems, gerade bei komplexen Vorhaben.

Daher gilt: Informieren Sie sich vor der Kaufentscheidung gründlich über alle Funktionen und Kompatibilität, nicht nur für Ihre derzeitigen Geräte, sondern auch für spätere Erweiterungen.

Sicherheit
Die größte Angst der meisten Verbraucher ist das "gehackt werden", der ungewollte Zugriff oder das Auslesen von persönlichen Daten. Diese Sorge ist einerseits berechtigt, da theoretisch jedes vernetzte Gerät gehackt oder fremdgesteuert werden kann. Andererseits passieren diese Vorfälle hauptsächlich dann, wenn für die entsprechenden Apps und WLAN-Systeme nur sehr banale Passwörter verwendet werden. Denn in der Regel entstehen die Datenlecks nicht durch das smarte Produkt selbst, sondern aufgrund von zu sorglosen Umgang mit den eigenen Daten. Wenn Sie bei der Installation und Nutzung eines Smart Home Systems auf einige wichtige Sicherheitsregeln achten, müssen Sie keine Angst vor Hackern oder ungewollten Zugriffen auf Ihre Daten haben. Achten Sie bei Ihrem Smart Home System auf umfassende Sicherheitsmechanismen wie Firewall, Verschlüsselungen und insbesondere auf die Vergabe von Zugriffsrechten sowie sichere Passwörter. Zudem sollten Sie bei Ihren Geräten regelmäßige Updates des Geräteherstellers durchführen.

Fazit

Smart Home bietet für jeden etwas. Von kleinen Maßnahmen, wie die Überwachung des Stromverbrauchs bis hin zu einer Komplettlösung mit automatisierten Tagesabläufen. Wichtig ist, dass das Smart Home System Ihre Bedürfnisse erfüllt und Ihnen den Alltag erleichtert. Überlegen Sie sich vor der Anschaffung gut, welches System Sie nutzen möchten, damit Sie dieses später noch sinnvoll erweitern können. Beschäftigen Sie sich auch mit dem Thema Datensicherheit der einzelnen Anbieter, damit Ihre Daten sicher bei Ihnen bleiben.

Stand: Mai 2021

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