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Wann darf ein Vermieter auf Eigenbedarf kündigen?

Mietvertrag auf Eigenbedarf kündigen – Leben am Bodensee

Das Mietrecht in Deutschland ist sehr mieterfreundlich. Als Vermieter gestaltet sich eine Kündigung etwas schwieriger. Der häufigste Kündigungsgrund für Vermieter ist "Eigenbedarf". Wann Sie auf Eigenbedarf kündigen dürfen und was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Was bedeutet Eigenbedarf?

Eigenbedarf liegt vor, wenn der Vermieter die Mieterwohnung für sich selbst oder für einen Familienangehörigen zu Wohnzwecken benötigt. Das sind beispielsweise Ehepartner, Eltern, Kinder, Enkel oder Geschwister des Vermieters. Auch für eine Pflegekraft kann auf Eigenbedarf gekündigt werden. Wichtig ist, dass der Vermieter wirklich auf die Wohnung angewiesen ist. Er muss dem Mieter vernünftige und nachvollziehbare Gründe in schriftlicher Form liefern. Dazu gehört, für wen und warum er die Wohnung benötigt.

Kündigungsfrist bei Eigenbedarf des Vermieters

Bei der Kündigung auf Eigenbedarf handelt es sich um einen der möglichen Fälle, in denen ein Vermieter eine ordentliche Kündigung des Mietvertrags vorlegen darf. Hierbei gelten die üblichen gesetzlichen Kündigungsfristen:

  • Mietdauer < 5 Jahre: 3 Monate

  • Mietdauer 5-8 Jahre: 6 Monate

  • Mietdauer > 8 Jahre: 9 Monate


Wichtig: Diese Fristen gelten auch, wenn der Eigentümer der Wohnung wechselt und auf Eigenbedarf kündigt.

Darf ich mich als Mieter gegen eine Kündigung wehren?

Das ist nur in Härtefällen möglich. Mieter müssen nachweisen, dass ein Umzug durch eine Kündigung unzumutbar ist, beispielsweise da keine neue Wohnung zu zumutbaren Bedingungen gefunden wird, eine fortgeschrittene Schwangerschaft oder schwere gesundheitliche Probleme vorliegen, man sehr alt ist oder in der Wohnung länger als 30 Jahre wohnt. Diese Fälle werden meist individuell vom Gericht geprüft.

Ebenfalls wissenswert:

  • Wenn Mieter und Vermieter gemeinsam in einem Haus wohnen (Zweifamilienhaus oder Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung), hat der Vermieter ein Sonderkündigungsrecht. Er kann ohne Angabe von Gründen kündigen, die Kündigungsfrist wird jedoch um drei Monate verlängert.

  • Neben der Eigenbedarfskündigung kann der Vermieter eine ordentliche Kündigung des Mietvertrages vorlegen, wenn der Mieter seinen Pflichten im erheblichen Maße nicht nachgekommen ist (Vertragsverletzungen) oder dem Vermieter erhebliche wirtschaftliche Nachteile entstehen, weil er das Wohnhaus abreißen oder verkaufen möchte.

Grundsätzlich gilt: Der Vermieter muss seine Beweggründe der Kündigung immer nachvollziehbar darlegen. Oftmals hilft ein klärendes persönliches Gespräch zwischen Vermieter und Mieter.

Stand: April 2021
Dieser Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Eine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieses Artikels kann allerdings nicht übernommen werden. Wir empfehlen Ihnen deshalb zusätzlich eine individuelle rechtsanwaltliche Beratung aufzusuchen.

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